Die Demokraten wollen ihren Widerstand gegen die Bemühungen von Präsident Donald Trump, das Bildungsministerium abzubauen, in konkrete Maßnahmen umsetzen, falls sie die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückgewinnen. Die potenziellen Vorsitzenden der Partei im Ausschuss für Bildung und Arbeit des Repräsentantenhauses sagen, dass eine bessere Bezahlbarkeit des Studiums ein zentrales Ziel wäre. Zugleich wollen sie die Umstrukturierung des Ministeriums sowie den Umgang mit Bundesprogrammen und -mitteln untersuchen.
Drei Abgeordnete konkurrieren um die ranghöchste Rolle der Demokraten im Ausschuss: der derzeitige ranghöchste Minderheitsvertreter Bobby Scott aus Virginia, Jahana Hayes aus Connecticut und Suzanne Bonamici aus Oregon. Scott leitete den Ausschuss, als die Demokraten 2018 die Kontrolle über das Repräsentantenhaus hatten. Hayes kündigte im September ihre Kandidatur an, lehnte es jedoch ab, vor dem Wahltag ein Interview zu geben. Bonamici, die ein Amtsenthebungsverfahren gegen Bildungsministerin Linda McMahon gefordert hat, sagte, sie teile viele von Scotts Prioritäten.
Scott und Bonamici befürworten beide, den jährlichen Höchstbetrag des Pell Grant von 7.395 auf knapp 15.000 US-Dollar zu verdoppeln. Sie sind Mitinitiatoren eines im Juni eingebrachten Gesetzesentwurfs, der die Förderung erhöhen würde. Bonamici möchte außerdem das Federal Work-Study-Programm und das Programm Child Care Access Means Parents in School ausweiten. Sie argumentiert, dass Studierende Unterstützung etwa bei Lebensmitteln, Wohnraum und Kinderbetreuung benötigen können.
Die Vorschläge stoßen auf finanzielle und politische Hindernisse. Dem Artikel zufolge wird für das Haushaltsjahr 2027 selbst bei der derzeitigen Höchstförderung ein Fehlbetrag von 17 Milliarden US-Dollar im Pell-Grant-Programm prognostiziert. Eine Ausweitung der Zuschüsse und anderer Leistungen würde zusätzliche Mittel erfordern, während unklar bleibt, ob sich dafür eine parteiübergreifende Unterstützung finden lässt.
Beide Abgeordneten wollen außerdem die Obergrenzen für Bundesstudienkredite aufheben, die im One Big Beautiful Bill Act von 2025 eingeführt wurden. Das Gesetz begrenzt die jährliche Kreditaufnahme für manche Studierende in Graduiertenprogrammen auf 20.500 US-Dollar und für andere auf 50.000 US-Dollar; Eltern können pro Studierendem im grundständigen Studium jährlich höchstens 20.000 US-Dollar aufnehmen. Scott und Bonamici sprechen sich dafür aus, die Obergrenzen abzuschaffen und die Zinssätze zu senken – Änderungen, denen Trump zustimmen müsste.
Sollten die Demokraten die Kontrolle über den Ausschuss übernehmen, wollen sie nach eigenen Angaben die Übertragung von Zuständigkeiten des Bildungsministeriums auf andere Behörden untersuchen, darunter die Ministerien für Arbeit, Finanzen, Gesundheit und Inneres. Bonamici sagte, die Abgeordneten sollten zunächst das Ausmaß der Veränderungen und ihre Auswirkungen ermitteln. Scott sagte, er wolle öffentliche Anhörungen mit McMahon und anderen Kabinettsmitgliedern sowie Beiträge von erfahrenen Ministeriumsmitarbeitern, die am Übergang beteiligt waren.
Die Abgeordneten rechnen außerdem damit, den Umgang der Regierung mit Zuschüssen, Verträgen und vom Kongress bewilligten, aber nicht ausgegebenen Mitteln zu hinterfragen. Bonamici sagte, sie wolle Programme überprüfen, die im Ministerium und an Hochschulen eingestellt wurden, nachdem die Regierung einige Programme zu Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion für illegal erklärt hatte.
Scott verweist auf seine Erfahrung als Ausschussvorsitzender während der COVID-Pandemie. Bonamici argumentiert dagegen, ihre langjährige Mitarbeit im Ausschuss und ihr kooperativer Ansatz würden eine neue Perspektive einbringen. Über den Wettbewerb wird entschieden, falls die Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus und dessen Bildungsausschuss zurückgewinnen.
Quellen: Inside Higher Ed.